Mehr Analog - dank Digital

Aktualisiert: 6. Aug 2019

Zur Digitalisierung findet der Trendforscher Matthias Horx deutliche Worte: «Die Zukunft gehört nicht dem Digitalen.»

Im Interview mit CIO[1] sagt er, dass die fortschreitende Digitalisierung bei den Menschen eine Vorliebe für schönes Design und wohlgeformte Gegenstände entfacht. Nach Dingen zum Anfassen, nach Realität. «Wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank.»


In diesem Sinne spricht sein Institut gar von der «Rache des Analogen».

Als Beispiel nennt er Vinyl-Schallplatten, die wieder "in" sind. Er erwähnt den Boom von Holz, Brot und regionalen Lebensmitteln. Aber auch die Wertschätzung des persönlichen Kundenkontaktes oder die Bewegung zur Neuen Achtsamkeit.


Kunden wollen wahrgenommen werden, Wertschätzung spüren. Menschen wollen weder Datenquelle noch Prozess Input sein.

Was heisst das für Sie als EntscheidungsträgerIn?

Damit das Analoge nicht vergessen geht, bleiben Sie neugierig für Kunden- und Marktbedürfnisse, für Entwicklungspotential in Angeboten und Kunden Erlebnissen. Um den Trend der Neuen Achtsamkeit zu erwähnen: Werden Sie ein/e guter Zuhörer/-in, stellen Sie (offene) Fragen. Bevor Sie die Antwort vorne weg nehmen, investieren Sie noch einmal in Zusatzzeit. Atmen Sie tief durch, machen Sie sich Notizen und fragen Sie nochmals nach, es lohnt sich: Sie werden von neuen Erkenntnissen profitieren.


Nutzen Sie die ideale Kombination von Digital und Analog

Digitalisierung kann Kommunikationswege vereinfachen, flüssiger machen und in diesem Sinne verbinden. Digitalisierung hat grosses Innovationspotential, kann Qualität auf einen neuen Level bringen und Kosten senken. Digitalisierung eröffnet neue organisatorische Möglichkeiten, Business Modelle und vieles mehr.


Menschen sind stark im Kreieren von Innovation, in Empathie und Interpretation, im Erkennen und Erforschen. Beide Stärken ideal vereint können gänzlich neue Produkte und Kunden Erlebnisse entstehen lassen. Für diese Gesamtsicht plädiert auch Horx: «Wo Digitalisierung übertrieben wird, scheitert sie.»


In diesem Zusammenhang relativiert der amerikanische Informatiker und Netzkritiker David Gelernter[2] auch Visionen zur Künstlichen Intelligenz: «Als jemand, der viel von Software versteht, kann ich nur sagen: Der Geist ist kein formales System, das ich durch das Wissen über Software erklären kann. Der Geist enthält sehr viel mehr Unbekanntes als Bekanntes.»


Beweisen Sie Expertise im Markt - mit Menschen im Vordergrund

Sie kennen Ihren Markt, Ihr Unternehmen. Haben fundierte Expertise in Produkten und Angeboten. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten - UND bleiben Sie greifbar für Kunden, Lieferanten, Partner und Mitarbeitende. Stellen Sie sicher, dass Kundennähe, Zuhören können und Offenheit gegenüber Neuem in Ihrer Firmenkultur verankert sind.


Wem es gelingt, mit high-tech Prozessen und analoger Expertise Kunden neu zu begeistern, gewinnt mit grossem Vorsprung.  

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viele positiv überraschende Erlebnisse für Ihre Kunden, für Sie und Ihr Unternehmen. Bewahren wir uns Schönes, Reales. Und nutzen wir das Digitale als kraftvollen Wirkungsverstärker – das Potential ist gross.


Anregungen

Zur Analyse der Kunden- und Marktbedürfnisse bzw. Entwicklungspotential in Angeboten und Kundenerlebnissen:

  • Welches sind Ihre eigenen Erfahrungen als Kunde – ob in rein analogen Prozessen (Restaurant), mit hybridem Einkaufserlebnis (Billetkäufe, Hotelbuchungen, Kleiderkäufe) oder rein digitaler Abwicklung (Online-Banking, E-Papers, Streaming-Dienste, SaaS-Modelle)? Woran erinnern Sie sich positiv? Wer konnte Sie positiv überraschen? Wo wurden ihre Erwartungen übertroffen, wo waren Sie enttäuscht? Was nervt Sie besonders?

  • Wo ergibt sich daraus Verbesserungspotential oder gar Ideen für neue oder ergänzende Angebote?

  • Weshalb nicht ein paar firmeninterne Begegnungen nutzen für eine Umfrage zum firmeninternen Entwicklungspotential in Angeboten und Kundenerlebnissen? Alternativ bauen Sie diese Frage in das jährliche Mitarbeitergespräch ein.

  • Stärken Sie Ihre Firmenkultur auch im analogen Bereich, nehmen Sie sich Zeit für Gespräche, grüssen Sie mit persönlichem Handschlag.

Zur Identifikation von Digitalisierungspotential:

  • Ideale Digitalisierungs-Kandidaten finden Sie am einfachsten in strukturierten, regelbasierten, stabilen Prozessen mit hohem Volumen, tiefer Komplexität und digital einfach verwertbaren Daten.

  • Wenn Sie Ihr Kerngeschäft in der Wertschöpfungskette betrachten: Wo gibt es ergänzende Angebote, allenfalls mit «digitaler Veredelung»?

  • In welchen Plattformen sind Sie als Unternehmen als Kunde, Lieferant oder Partner bereits eingebunden? Wo kann es sinnvoll sein, eine eigene Plattform darzustellen oder mit Partnern eine solche zu initialisieren?

Digitale Erfolgsstories wie diejenige von Bosshard Schrauben[3] bieten Inspiration für Industrie 4.0.


Weitere Medien:

Zukunftsreport 2017: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/zukunftsreport-2017/

Roboter produzieren Vynil-Schallplatten: https://vimeo.com/220669570

[1] CIO.de, Interview mit Matthias Horx, Zukunftsinstitut: Interview vom 3.1.2018

[2] Süddeutsche Zeitung, Interview mit David Gelernter: Interview vom 25.3.2016

[3] Die Weltwoche Nr 03/17, «Industrie 4.0»: http://www.weltwoche.ch/fileadmin/doc/themenschwerpunkte/wef/WEW_03_058_BOSSHARD.pdf

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