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Aktualisiert: 6. Aug 2019



Auf Einladung der Perm Winter School sprach unser CEO Matthias Spuehler über Risikomanagement in der Ära der DLT und der Echtzeit-Abwicklung. Die Veranstaltung fand Ende Januar 2018 in Perm statt, einer Stadt im europäischen Teil Russlands, nahe dem Uralgebirge.


Perm Winter School bietet Diskussionsrunden und Expertenwissen zu den digitalen Finanzmärkten mit Themen wie "Open Financial Markets", "Scaling Blockchain", "Market Modeling" und "Regulation & Compliance". Eine großartige Gelegenheit, bewährte Experten zu treffen und in verschiedene aktuelle Marktthemen einzutauchen.


Was waren spezifische Erkenntnisse? Worauf lag der Fokus der Rede? Und welche anderen Erfahrungen gab es in diesen Tagen? Einblick gibt das folgende Interview.


Hallo Matthias, wie geht es dir?

Sehr gut, danke.


Du bist gerade aus Perm, Russland, angekommen. Was sind deine ersten Eindrücke von der Reise?

Die Reise nach und von Perm war sehr einfach. Auch die Beschaffung des Visums war ein sehr schneller Prozess. Nachdem ich alle Informationen online eingereicht hatte, brauchte ich nur 10 Minuten im Russian Visa Center in Bern. Der Flug mit Aeroflot von Zürich nach Perm erfolgte mit Zwischenstopp in Moskau. Es war ein Flug am späten Abend mit einem dreistündigen Zwischenstopp am frühen Morgen in Moskau. Perm ist mit weiteren 2 Stunden Flugzeit gut erreichbar.

Dort ist die Digitalisierung überall sichtbar, direkt ab Flughafen war ich mit Uber mobil unterwegs und kontaktloses Bezahlen war fast überall möglich, mit Kreditkarte oder per Smartphone.

Die Stadt selbst ist wunderschön, sie hat etwa eine Million Einwohner, etwa zwei Millionen Menschen leben im U-Bahn-Bereich.


Der schönste Teil waren die warmherzige und freundliche Bevölkerung, trotz der -20°C Außentemperatur.


Wie hast du die Perm Winter School erlebt?

Die Perm Winter School gibt es seit 2011.

Die Veranstaltung ist sehr gut organisiert, mit einer einzigartigen Mischung aus internationalen und lokalen Experten, die sich zu verschiedenen Veranstaltungen treffen. Zudem sind Synchron-Übersetzer in Englisch und Russisch vor Ort und es wird ein Live-Video-Online-Streaming angeboten.


Deine Rede hat mit der Feststellung begonnen, dass "das größte Risiko darin besteht, keins einzugehen". Was meinst du damit?

Nehmen wir zum Beispiel einen Fallschirmsprung. Das Risikomanagement macht diesen so sicher wie möglich: Der Fallschirm wird mit einem Reserve-Fallschirm eingepackt. Im Schirm ist ein Öffnungsautomat eingebaut, zudem nimmst du einen Höhenmesser mit. Abhängig von Ihrem Risikoprofil können Sie sich entscheiden, den Reservefallschirm und Öffnungsautomat wegzulassen, was keine "Best Practice" ist.

Das Beispiel zeigt, erst das Risikomanagement ermöglicht es, den Spass eines Fallschirmsprunges mehr als einmal zu erleben.


Was ich mit der Aussage meine, ist, dass es auch ein enormes Chancenrisiko gibt, das berücksichtigt werden muss. In diesem Fall bedeutet das Chancenrisiko, den Spaß an einem solchen Sprung nicht zu erleben.


Im Geschäftsleben kann das Risiko, kein Risiko einzugehen, dazu führen, dass Wettbewerber überholt werden und neue Markteintritte erfolgen.


Wenn du große Marktchancen in Betracht ziehst, was würdest du den Unternehmen vorschlagen, wie sie angemessene Risikomanagement Maßnahmen sicherstellen können?

Unternehmen müssen Risiken eingehen, um Wert zu schaffen, und Risiken managen, um sie zu schützen.

Es gibt eine Reihe von "optimalen Risikomaßnahmen", die eine maximale Rendite unterstützen. Die Herausforderung besteht darin, "den Sweet Spot" zu finden (z.B. optimale vs. insuffiente oder übermäßige Risikobereitschaft), wo ein effektives und angepasstes Risikomanagement die größte Wirkung hat. Die "risikokluge" Entscheidungsfindung ermöglicht es dann, Schlüsselrisiken im Rahmen von getroffenen und nicht getroffenen Entscheidungen effektiv und effizient zu messen und zu steuern.


Die Rückkehr zu den digitalen Finanzmärkten, die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und die Echtzeit-Abwicklung sind eine der Herausforderungen, an denen ich zusammen mit einem hochqualifizierten Expertenteam arbeite, um die optimalen Maßnahmen zur Risikobereitschaft zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Dazu gehört natürlich auch die Betrachtung der Gesamtkosten unter Berücksichtigung von Risikoauswirkung, Risikowahrscheinlichkeit und Risikokontrollmaßnahmen.


Wenn wir von "Sweet Spots" sprechen, wie generiert das Risikomanagement selbst Wert?

Ich befürworte nachdrücklich, dass das Risikomanagement auch Behandlungen UND Chancen umfasst. Es muss ein strukturierter Bewertungs- und Entscheidungsprozess vorhanden sein, der eine fundierte Entscheidung darüber ermöglicht, ob ein Risiko "akzeptiert / vermieden" und eine Chance "genutzt / abgelehnt" werden soll. Wie wir aus der Psychologie wissen, ist es für ein Unternehmen nicht gesund, den Fokus auf das Risiko zu verengen. Daher muss eine Analyse beide Sichten umfassen.


Welche anderen Faktoren müssen beim Risikomanagement berücksichtigt werden?

Was oft vergessen geht, wenn man sich hauptsächlich auf technische und funktionale Fragen konzentriert, ist der Faktor Mensch. Insbesondere in modernen globalen Unternehmen mit verteilten Arbeitsplätzen und überwiegend elektronischer Kommunikation soll das Risikomanagement eine erfolgreiche Zusammenarbeit ermöglichen und Missverständnisse oder Fehlinterpretationen aufgrund unterschiedlicher Kulturen oder Sprachen vermeiden.


Apropos global, was waren deiner Meinung nach die globalen Auswirkungen der Perm Winter School?

An der Veranstaltung nahmen Experten aus ganz Europa und Russland teil. Die Teilnehmer konnten von fundierten Expertenwissen und einer sehr interaktiven Vorgehensweise profitieren.

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